Vom Wandervirus befallen?
Bereits sind wir wieder mitten drin im Ablauf des Jahresprogrammes. Die Winterwanderungen sind bereits Vergangenheit. Während es draussen frostig und drinnen kuschelig warm war, durften wir Glücksmomente in der winterlichen Natur erfahren. Welche Prachttage waren uns da bei Raureif und frischem Weiss beschieden.
Dann der Frühling mit seinem herrlichen Gesicht. Man geniesst die wärmende Sonne, freut sich am Gesang der Vögel und an der Pracht der Blumen. Da kommen sämtliche Sinne zum Zug. Die harmonische Bewegung im Freien und die Schönheit der Natur machen das Wandern zu einem vollkommenen Erlebnis.
Mit solchen Glücksgefühlen im Bauch wird man unweigerlich zum Vielwanderer oder zur Vielwanderin. Ja solche haben wir mehrere in unserer Gruppe. Ich bin überzeugt, sie werden dieses Hobby weiterpflegen solange die Füsse tragen und der Atem mithält. Gelegenheit um Rucksackpacken haben wir ja genügend. Ein Blick ins Wanderprogramm 2010 wirkt da appetitanregend. Mit dem anbrechenden Sommer steigen wir dann höher hinauf in den Bereich lichterer Wälder und blumenreicher Alpweiden. Im Herbst lassen wir dann wieder das dürre Laub unter den Füssen rascheln und erfreuen uns an den letzten noch wärmenden Sonnenstrahlen bevor die Kälte uns gefangen nimmt. Alles Gelegenheiten zu beobachten, wie sich die Natur im Laufe der Jahreszeiten verändert.
Was macht denn eigentlich diese Sportart so beliebt? Ist es das Durchstreifen schöner Landschaften, das Erleben der Natur und dabei Sonne, Regen oder Wind auf der Haut zu spüren oder vielmehr einfach Freuden zu teilen? Vielleicht geht es auch darum, sich zu einer sportlichen Aktivität herauszufordern. Ob so oder so, man gönnt sich dabei etwas Schönes. Nur wer nicht wandert hat Mühe nachzuvollziehen, warum es einmalig sein kann die Wanderstöcke klingen zu lassen und abends rundum zufrieden nach Hause zu kehren.
Zugegeben, um dieses Empfinden wahrnehmen zu können, muss man schon etwas angefressen, eben vom Wandervirus befallen sein. Ist er einmal so richtig drin, wird man ihn nicht mehr los. Das ist auch gut so. Dadurch bleibt der harte Kern unserer Wandergruppe bestehen. Sollte dieser für einmal ungefährliche Virus weitere Wanderlustige befallen, so haben sie nichts zu befürchten, denn er trägt ja zur Erhaltung der Gesundheit bei.
Leo Müller